5 Tipps zum Zeichnen & Reisen

Wie der Titel schon sagt, heute geht es um das Zeichnen, wenn du unterwegs bist.

Warum solltest Du zeichnen, sobald du reist?

Ein einaches Foto, egal ob mit dem Mobiltelefon oder der Digaltkamera, ist doch viel einfacher und genauer! Aber wenn du zeichnest wählst du die Motive genauer aus und nimmst sie auch noch intensiver wahr.
Das schnelle Foto ist zwar sicher einfacher und schneller. Aber wenn du zeichnest musst du das Motiv öfter betrachten und nimmst dadurch viele Details in dich auf. Natürlich ist es ein Problem, wenn du dich mitten in einer fremden Stadt hinstellst und einfach zu zeichnen beginnst. Aber keine Angst, du fällst nicht auf wie ein bunter Hund, die meisten nehmen dich entweder gar nicht oder sehr positiv wahr.
Wenn du zeichnest ist der künstlerische Aspekt auch ganz wichtig. Denn du legst deine Interpretation und deine Gefühle in das Motiv. Die Zeichnung wird dadurch wertvoller und viel persönlicher für dich, als der schnelle Schnappschuss.
Doch gerade AnfängerInnen fällt es oft schwer mit dem Skizzieren/Zeichnen in der fremden Umgebung. Die neugiergen Blicke der Passanten, die Geräusche, die neuen Grüche und auch die ganzen Bewegungen rund um das Motiv lenken sofort ab. Daher hier ein paar Tipps und Tricks für dich.

1. Material für Reiseskizzen

Erwarte jetzt nicht eine vollständige Liste und das ich dir hier die Weisheit predige. Denn die Ausstattung hängt auch stark von deiner Philospohie ab. Wenn du “nur” eine Skizze anfertigst und sie später erst wirklich als Zeichnung ausführen willst brauchst du andere Dinge, wie wenn du die Zeichnung vor Ort fertigstellst und danach kein Strich mehr verändert wird.
Trotzdem gibt es eine kleine Grundausstattung, welche hilft.

a) Ein Skizzenbuch

PaperScreen Book - Der perfekte (iPad-)Begleiter zum Skizzieren

PaperScreen Book - Der perfekte (iPad-)Begleiter zum Skizzieren

Ein gutes Skizzenbuch hilft dir schon weiter. Damit hast du alle Zeichnung immer gemeinsam und keine fliegenden Blätter die zerknittern, verlorengehen oder ???. Welche Größe nimmst Du am besten? Ich denke A6 ist einfach zu klein und A3 zu sperrig. Also irgendwo dazwischen. Ich verwende eigentlich sehr gerne die Bücher von PaperScreen (schau in diesen Post, wenn du mehr dazu wissen willst).
Auf jeden Fall ist es wichtig, dass es einen harten Umschlag hat. Damit kannst du auch schenlle im Stehen arbeiten. Mit einem weichen Umschlag, brauchst du immer eine Unterlage, und das kann beispielsweise am Strand schwierig werden.
Natürlich kannst du auch den Klassiker von Moleskine verwenden. Aber auch hier verwende ich gerne die A5-Bücher. Für einfache Motive reicht eine Seite und für größere Arbeiten kannst du eine Doppelseite als A4 verwenden.

b) Stifte

Copic Multiliner SP

Copic Multiliner SP

Damit du arbeiten kannst benötigst du irgendeinen Stift. Für die schnelle Skizze reicht natürlich ein einfacher Bleistift oder auch Druckbleistift. Du kannst aber auch einen ganzen Satz an Farbstiften mitnehmen. Wichtig ist, dass du es leicht tragen kannst, es schnell zu verstauen ist und nicht zu viel Gewicht hat. Ich selbst bevorzuge folgende Stifte und da ist es immer gleich. Ich nehme lieber einen höheren Preis in Kauf, wenn die Qualität stimmt.

  • Druckbleistift, HB, 0,5mm
  • Copic Multiliner SP, 0,1mm
  • Copic Multiliner SP, 0,3mm
  • Copic Multiliner SP, 0,5mm
  • Copic Multiliner SP, 0,7mm

Mit dem Bleistift kann ich schnell skizzieren und auch wieder korrgieren. Die Copic-Stifte sind schwarze Pigment-Stifte. Dadurch kann ich dann die Zeichnung ausführen. Ich arbeite gerne mit Schwarz und verschiedenen Schattierung bzw. Schraffuren. Zusätzlich habe ich ein paar Ersatzpatronen und -spitzen für die Multiliner dabei.

c) Zubehör

Knetgummi von Faber Castell

Knetgummi von Faber Castell

Da gibt es nicht mehr viel. Einen Spitzer spare ich mir, denn der Druckbleistift braucht keinen. Aber einen Radiergummi habe ich noch mit. Und da nehmen ich immer einen Knetgummi. Die sind mir einfach sympathischer und verzeihen auch ein wenig Schmutz. Außerdem kann ich sie in jede Form bringen und damit auch kleine Fehler korrigieren. Zusätzlich verträgt sich der Radiergummi sehr gut mit den Copicstiften und radiert sie nicht weg.

Stifthalterband von Cleverhands

Stifthalterband von Cleverhands

Ach ja, das hätte ich fast vergessen. Ein Federpenal oder Etui ist nicht so ganz das was ich mag. Daher verwende ich ein elastische Band und transportiere mein Buch und die Stifte in einem Stück. Ob du dir jetzt ein fertiges Band kaufst oder es selber machst, das liegt ganz an deinem Geschmack. Die Idee selbst habe ich beim Notizbuchblog gefunden und nach einer kruzen Umstellungsphase für mich übernommen. Wenn du schöne und gute Bänder willst, schau in den Etsy-Shop von cleverhands.

2. Das Motiv

Klar! Nimm das klassische Touristenmotiv, damit kannst du nicht falsch liegen. Aber vielleicht nimmst du einen anderen Standort ein und veränderst damit die Perspektive. Oder du suchst dir – wie ich auch oft – Orte/Plätze/Motive, welche dich einfach beeindrucken und/oder berühren. Sobald du Emotionen in dem Motiv findest, fällt dir das Zeichnen einfach leichter. Lass das Motiv zuerst auf dich wirken. Betrachte es immer wieder bevor du skizzierst. Dir werden immer wieder bestimmte Details auffallen und genau auf die legst du auch das Hauptaugenmerk beim Zeichnen. Dann wird es eine wirklich persönliche Arbeit.

3. Das Zeichnen

Prinzipiell geht es bei dieser Art des Skizzierns nicht um Nautralismus, sondern um das Festhalten eines Moments, eines Gefühls. Vergiss einfach den Perfektionsmus! Es ist nicht wichtig die Linien alle perfekt gerade zu haben, auch der Schattenwurf und die Schattierung muss nicht 100%ig sein. Es geht mehr darum, dass der Moment, das Gefühl, das Wahrgenommene enthalten ist. Dann “lebt” die Zeichnung.

Du hast ja auch nicht ewig Zeit und kannst die Zeichnung nicht im Detail ausarbeiten (vielleicht machst Du das später an einem ruhigen Ort). Aber diese Zeichnungen leben einfach von der Schnelligkeit und Spontanität.

4. Die Nachbearbeitung

Was soll ich sagen? Ich halte nichts davon, denn für mich zählt der Moment! Ich zeichne vor Ort, so wie ich Platz finde, Zeit habe und es wahrnehme. Nachträglich noch etwas zu bearbeiten ist nicht so mein Stil. Denn dann kommen Erinnerungen oder geschönte Ansichten dazu. Und ich will wirklich den Eindruck des Moments festhalten.

Aber warum nicht, andere werden noch später Detials hinzufügen, eine Schraffur ergänzen oder noch Farben einfügen. Jede Variante ist richtig! Am besten probierst du mal aus, was für dich das Beste ist und wie du es gerne hast.

5. Beispiele

Bei youdesignme findest Du einen paar Auschnitte aus einem Reiseskizzenbuch. Eine etwas proffesioneller Variant gibt es bei Amazon: Das Skizzenbuch des Robert Batty. Romantische Reise durch Norddeutschland im Jahre 1825. Aber auch beim Spiegel gibt es eine interessante Fotoserie: Schatzsuche mit Skizzenbuch. Ein schönes Beispiel ist auch der Blog von Sebastian Lörscher oder von Anja C. Gerstenberg oder von Barbara Scholz.

Du siehst es gibt unglaublich viele Beispiele und Methoden. Aber alle haben eins gemeinsam: Du nimmst die Reise und den Ort bewusster war und kannst dich an vieles besser erinnern. Außerdem findest du endlich wieder einmal Zeit für das wichtigst im Leben: Zeichnen.

Vielleicht zeigst Du uns ja die eine oder andere Arbeit hier? Oder hast Du einen Tipp zu diesem Beitrag? Dann schreiben doch gleich einen Kommentar und sei nicht schüchtern!

Skizzenbuch von Barbara Scholz

Skizzenbuch von Barbara Scholz

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