5 einfache Schritte zur Perspektive

Eine einfache Allee

Eine einfache Allee in fünf Schritten zeichnen.

Das perspektivische Zeichnen war schon immer ein gefürchtets Thema. Darum habe ich mich entschlossen in einer Serie von Artikeln mit verschiedenen Tutorials dazu anzubieten. Heute fangen wir mit einer einfachen Ansicht einer Allee an, welche wir perspektivisch darstellen werden.

Der Begriff  “Perspektive” bezeichnet die Grundregeln, die zu befolgen sind, wenn es darum geht, dreidimensionale Räume und Objekte auf einem zweidimensionalem Medium darzustellen und beim Betrachter den Eindruck von Tiefe zu erwecken. (Héctor Baros)

Material

Verwendetes Material

Die verschiedenen Materialien für dieses Tutorial

Beginnen wir mit dem Anfang, dem Material. Natürlich ist dies nur ein Vorschlag, den prinzipiell reichen Bleistift, Radiergummi und Papier. Aber ich beschreibe dir hier, wie ich es gemacht habe.

  • Papier
  • Transparentpapier
  • Bleistift (HB oder weicher)
  • Radiergummi (Knetgummi)
  • Spitzer
  • Fineliner in verschiedenen Stärken (Copic Multiliner SP)
  • Zeichendreieck
  • Klammern zum Halten des Transparentpapiers

Und nun können wir auch schon loslegen. Falls du nicht gerne mit Transparentpapier arbeitest, aber trotzdem duchpausen willst habe ich einen Post für diese Technik und auch eine Anleitung für eine Lichtbox geschrieben.

Schritt 1

Alles in der Perspektive beruht auf einer Horizontlinie und dem Fluchtpunkt.

Horizontlinie

Dies ist die Linie auf Augenhöhe des Betrachters. Alles Dinge, welche darunter liegen werden von oben gesehen und alle Dinge oberhalb der Linie werden von unten gesehen. Denke aber daran diese Linie ist nicht der Bereich an dem Himmel und Erde zusammenstossen. Diese Linie bezeichnen wir einfach als Horizont.

Fluchtpunkt

Horizontlinie mit Fluchtpunkt

Horizontlinie mit Fluchtpunkt

Dies ist der Punkt an dem alle Linien zusammenlaufen. Eigentlich sind die Linien welche wir sehen parallel. Denke an Eisenbahnschienen, die laufen sicherlich parallel nebeneinander. Aber wenn Du eine lage Strecke betrachtest, hast Du das Gefühl, dass sich beide Schienen irgendwo in weiter Ferne berühren und so müssen wir auch Zeichnen um einen Eindruck von Tiefe zu erwecken.

Zeichne auf deinem Blatt eine horizontale (waagrechte) Linie, dies ist deine Horizontlinie. In der Mitte dieser Linie zeichnest Du einen Fluchtpunkt ein, wie in der Zeichnung I dargestellt. Dieser kann eigentlich irgendwo auf der Linie liegen, aber diesmal eben genau in der Mitte. Da du nur einen Fluchtpunkt verwendest, sprechen wir auch von einer Ein-Punkt-Perspektive.

Schritt 2

Fluchtlinien

Fluchtlinien

Nun zeichnest du von diesem Punkt aus je eine schräge Linie nach links und nach rechts. Wie du in der Zeichnung II siehst, laufen die Linien genau entgegengesetzt, in der Realität sind sie aber parallel. Erinnerst du dich an die Eisenbahnschienen?

In der Zeichnung III habe ich dir den Raum dazwischen dargestellt. Dies ist die sogenannte Bodenebene, sie befindet sich unterhalb der Augen des Betrachters und wird unsere Straße werden.

Darstellung der Bodenebene

Darstellung der Bodenebene

In dieser Zeichnung findest Du auch einen kleinen Trick, wie du ohne Winkel zu messen, zwei perfekte Linien hinbekommst. Zeichne zur Horizontlinie eine zweite gleichlange, parallele Linie (ich habe einen Abstand von 6cm genommen). Nun zeichnest du dir von links und rechts einen Hilfspunkt ein, der genau gleich weit weg vom Rand ist (bei mir sind es 2cm). Nun kannst du die Hilfspunkte mit dem Fluchtpunkt verbinden und schon hast du zwei exakte Linien erhalten.

Schritt 3

2 Fluchtlinien und schematische Bäume

2 Fluchtlinien und schematische Bäume

Zeichne jetzt auch zwei schräge Linien nach oben (von der Horizontlinie gesehen). Das sind aber keine Verlängerungen der vorhandenen Linien, sondern sie besitzen einen anderen Winkel, der flacher ist. Damit wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

Nun zeichnest du mehrere vertikale (senkrechte) Linien zwischen den beiden schrägen Linien ein (das werden die Bäume). Ich habe auf jeder Seite drei genommen. Die Abstände der Linien sind – wie in der Realität – unterschiedlich, dadurch wird die Zeichnung interessanter. Du siehst wie ich es in Zeichnung IIII gemacht habe.

Schritt 4

Einfache Objekte in der Perspektive

Einfache Objekte in der Perspektive

Nun kommt das Transparentpapier zum Einsatz. Lege es über die vorgefertigte Zeichnung und du kannst einfache Objekte und die Straße einzeichnen. Ich nehme eben gerne Transparentpapier, denn so bleibt das Original erhalten und ich kann mehrere Versionen zeichnen oder Fehler sind nicht so schlimm. Darum kann ich auch aus der Zeichnung IIII a) noch eine weitere machen.

Schritt 5

Die Alle mit den Hilfslinien

Die Alle mit den Hilfslinien

Nun verfeinerst du deine Zeichnung, wie ich es dir in Zeichnung IIII b) zeige. Denke aber daran, es gibt nicht nur eine Fluchtpunktperspektive, sondern auch eine atmosphärische Perspektive. Geh mal raus vor deine Wohnung und suche dir eine weite Fläche. Dann wirst du merken, dass die Farben und Linien immer mehr verblassen, je weiter sie weg sind. Und diesen Effekt musst du auch zeichnen: Drücke für Linien im Vordergrund stärker auf und im Hintergrund schwächer. Für Linien im Vordergrund kannst du auch mit einem stumpfen Bleistift arbeiten. Je weiter du zur Horizontlinie kommst, desto spitzer sollte der Bleistift sein, denn dann werden die Linien auch feiner.

So jetzt bist du dran!

Zeige uns was du kannst und lade deine Zeichnungen hoch. Oder hast du Fragen zu diesem Post, dann hinterlasse einen Kommentar.

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